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Diplom-Pädagoge Thomas Rupf gibt Eltern Tipps zum Umgang mit „aufmüpfigen“ Nachwuchs

Machtkämpfe gelassen nehmen

04.03.11|

Sottrum - SOTTRUM (ho) · Machtkämpfe zwischen Kindern und Eltern können eine große Belastung sein. Daher hatte der Förderverein der Sottrumer Morgenstern-Grundschule für einen Abend den Diplom-Pädagogen Thomas Rupf zu Gast, der auf humorvolle Weise Möglichkeiten aufzeigte, gelassener mit solchen Situationen umgehen zu können. Die Resonanz war wieder überwältigend. Hausmeister Harry Schauer musste sogar noch zusätzliche Stühle aufbauen, da die Anzahl der Gäste in der Aula des Gymnasiums die Zahl der Anmeldungen bei weitem übertraf.

Jens Krüger (l.), Leiter der Sottrumer Sparkasse, und Thomas Holzkamm (r.), Vorsitzender des Fördervereins, freuten sich, als Dozenten Thomas Rupf begrüßen zu können.

„Machtkämpfe von Kindern können in jedem Alter vorkommen“, nahm Thomas Rupf den Eltern gleich die leise Hoffnung, dass Machtkämpfe nur auf einen kurzen Lebensabschnitt beschränkt sind. Vier verschiedene Formen seien beim Nachwuchs üblich – keine Reaktion auf Anweisungen, diskutieren, laut werden oder Mitleid erzeugen. „Wichtig ist es, Geschwister nicht zu vergleichen, denn trotz identischer Erziehung sind sie ganz verschieden“, erklärte der 40-Jährige, der seit zwölf Jahren mit Kindern und Jugendlichen arbeitet.

Er zeigte auch auf, woran Eltern merken, dass sie Machtkämpfe belasten. „Genervt sein ist ein sicheres Anzeichen für Überlastung“, sagte Rupf. Dazu gehörten ebenfalls Vergesslichkeit als Anzeichen für Erschöpfung, Zeit nicht mehr für sich selbst nutzen können und Krankheiten, besonders wenn freie Tage kommen. „Kinder sagen dann leider nicht, Mama und Papa sind erschöpft und lassen sie in Ruhe, sondern die Machtkämpfe werden noch stärker“, erklärte der Diplom-Pädagoge.

Er versuchte, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. „Wo wir als Eltern Verantwortung tragen – wie Schule, Hygiene oder Essen – treffen wir die Entscheidungen“, sagte er. Bei anderen Dingen wäre es sinnvoll, Verantwortung an die Kinder abzugeben. Die Steppkes sollten selbst Entscheidungen treffen. „So sind Freunde die Sache der Kinder, außer es sind beispielsweise Drogen im Spiel“, betonte Rupf. Gleiches gelte für die Freizeitgestaltung. Aber: Eine gewählte Sportart müsse dann auch eine bestimmte Zeit lang durchgehalten werden. Auch beim Essen habe man mit den Konsequenzen zu leben. „Es muss nicht aufgegessen werden, es gibt dann aber auch nichts anderes“, erklärte der Dozent. Ausgelebt werden dürften auch Gefühle und Emotionen. Während das Kinderzimmer dem Nachwuchs gehöre, sollten die Eltern alle Entscheidungen für ihre Räume wie Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer treffen.

Einige wichtige Tipps hatte Thomas Rupf für die interessierten Zuhörer: „Man sollte auf die Kinder zugehen und direkt sagen, was man will“, sagte er. Außerdem: „Sprechen Sie Dinge in der Stimmung an, in der Sie gerade sind. Dabei dürfen Emotionen gezeigt werden, nur nicht persönliche Angriffe.“ Ein Hauptproblem seien auch die hohen Ansprüche, die Eltern stellten.

Nach einer Pause, in der der Förderverein kostenlos Getränke ausschenkte, hatten die Gäste die Gelegenheit, Fragen an den Dozenten zu stellen. „Vielen Dank an die Sparkasse, dass sie den Abend mit Thomas Rupf finanziell unterstützt hat“, sagte Vorsitzender Thomas Holzkamm.